Magersucht – Anorexie

Magersucht - Anorexie, Foto: © fotolia.com, VadimGuzhva, #216853863

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Überwiegend Mädchen im Alter von 14-18 Jahren erkranken an Magersucht. Der Einstieg in die Krankheit ist häufig eine Diät, die nicht beendet, sondern immer restriktiver weitergeführt wird. Die Betroffenen schränken ihre Nahrungsaufnahme ein und verzichten dabei auf fett- und kohlehydrathaltige Lebensmittel bei gleichzeitiger übertriebener, sportlicher Aktivität.

Manchmal sind ausgewählte Obst- und Gemüsesorten, mit hohem Wasseranteil, das Einzige, was von den Betroffenen zuletzt überhaupt noch gegessen wird. Gleichzeitig kann sich eine Einnahme von Appetitzüglern und Entwässerungsmitteln finden. Die Betroffenen haben panische Angst davor, dick zu werden oder dick zu sein – dies auch, wenn sie bereits krankhaft dünn und untergewichtig sind.

Merkmale einer Magersucht

Eine Magersucht kann anhand folgender Merkmale diagnostiziert werden:

Reduziertes Körpergewicht

Ein restriktives Essverhalten, das zu einem Gewicht unterhalb der Mindestgrenze des Normalgewichtes führt (BMI <17,5 bzw. < 10. Altersperzentile bei Minderjährigen).

Die Betroffenen halten ihr Körpergewicht in einem krankhaft abgemagerten Zustand oder es wird eine zu erwartende, normale und altersbedingte Gewichtszunahme verhindert.

Angst vor Gewichtszunahme

bzw. vor dem Dickwerden und Maßnahmen, die eine Gewichtszunahme verhindern (Fasten, Erbrechen, Gebrauch von Abführ- und Entwässerungsmitteln, exzessiver Sport).

Ein einmal erreichtes Gewicht wird häufig als neue Höchstgrenze festgelegt und zwanghaft kontrolliert.

Körperwahrnehmungsstörung

Trotz des Untergewichtes besteht eine immense Angst, insgesamt oder im Bereich von Bauch, Hüften, Gesäß und Oberschenkeln zu dick zu sein. Häufig werden diese Körperpartien auch zwanghaft gemessen und kontrolliert.

Darüber hinaus findet sich eine übermäßige Abhängigkeit des Selbstwertgefühles von Figur oder Gewicht und auch eine mangelnde Einsicht in den Schweregrad des eigenen Untergewichtes.

Ausbleiben der Menstruation
(über mehr als 3 Monate)

Als Folge des Gewichtsverlustes entsteht eine endokrine Störung (Störung des Hormonhaushaltes) der Hormone FSH und LH, was zum Ausbleiben der Menstruation führt.

Unterformen der Anorexie

Man unterscheidet zwei Unterformen der Anorexie:

Restriktiver Typ der
Anorexie

Der Gewichtsverlust wird durch Essensverweigerung, Diäten, Fasten und Vermeidung kalorischer, fetter Lebensmittel bei gleichzeitiger übermäßiger sportlicher Betätigung erzwungen.

Binge Eating/ Purging Typ der Anorexie

Bei diesem Typ leiden die Betroffenen häufig unter auftretenden Essanfällen und versuchen dann ihr Gewicht durch Erbrechen oder den Gebrauch von Abführmitteln, Diätpillen und Entwässerungstabletten zu reduzieren.

Magersucht – Anorexie im Alltag

Für Betroffene der Magersucht ist ein Großteil des Tages damit ausgefüllt, das Leben so zu organisieren, dass die Nahrungsverweigerung im sozialen Umfeld (Familie, Freunde, Schule, Ausbildung etc) nicht auffällt. Sportliche Betätigung nimmt dabei viel Raum und Zeit ein.

Die krankhafte Angst vor Nahrungsaufnahme und daraus folgender Gewichtszunahme, in der Vorstellung der Magersüchtigen, führt zur Vermeidung von gemeinsamen Mahlzeiten, auch zum Rückzug von Familie und Freunden, was zur sozialen Vereinsamung führen kann.

Gleichzeitig findet häufig eine Beschäftigung mit dem Thema „Essen“ statt: Nicht selten kochen magersüchtige Mädchen gerne für die Familie, nehmen aber dann unter den unterschiedlichsten Vorwänden nicht an den gemeinsamen Mahlzeiten teil.

Für magersüchtige junge Mädchen und Frauen stellt die Überwindung des eigenen Hungergefühls eine selbsterreichte Leistung dar, die das mangelnde Selbstbewußtsein stärkt und ihnen den Eindruck vermittelt, etwas Besonderes zu sein und auch erreicht zu haben.

Sind Sie unsicher, ob Ihre Tochter oder Ihr Sohn von Magersucht / Anorexie betroffen ist? Gerne können Sie mit mir einen Termin für ein ausführliches Diagnosegespräch vereinbaren.


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Viviane C. Eberlein  M.A.
Analytische Kinder- & Jugendlichenpsychotherapeutin

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